Albsinth® - ein Absinth von der Schwäbischen Alb

Die Bezeichnung Absinth leitet sich von der Wermutpflanze ab - ihr botanischer Name lautet Artemisia absinthum. Der Wermut wird auch Wurmkraut genannt, was auf seine medizinische Wirkung hinweist.  Das getrocknete Kraut und Wermutöl wurden nachweislich schon seit 2000 Jahren Getränken beigesetzt, - z. B. Bier -  vermutlich wegen seiner antibakteriellen Wirkung. Wermut regt zudem insb. durch seine Bitterstoffe die Verdauungssäfte an, bekämpft hartnäckige Magenbeschwerden, fördert den Gallenfluss und macht wieder Appetit. Das Heilkraut hilft auch, alle anderen Schwächezustände des Körpers nach Grippe oder anderen Infekten auszukurieren. Pflanzenheilkundler sprechen ihm eine allgemeine Abwehrsteigerung zu.

Im 18 Jhdt. entstanden dann die ersten Absinth-Rezepturen im Schweizer Jura, im Val de Travers. Die dortigen Boden- und Klimabedingungen sind denen der Schwäbischen Alb recht ähnlich ? die Winter sind etwas milder - , und dort wie hier gab und gibt es Wermutpflanzen in großer Zahl. Dort wird auch heute noch traditionell Absinth hergestellt.

In der Festschrift "1100 Jahre Dapfen" wird erwähnt, dass im Jahre 1852 im Gebäude der heutigen Talstrasse 10 in Wasserstetten von Christian Stotz ein ?Brennhafen zur Fabrikation von Wermutöl und auch sonstige Kräuter zu Laborieren und an Apotheken zu verkaufen" errichtet wurde. Wermut war damals insbesondere in Heiden und Säumen weit verbreitet und ein wirtschaftlich relevantes Sammelgut insbesondere im Schmiech- und Lautertal.

Für die Herstellung des Absinth wird dem Wermutöl Alkohol und Fenchel oder Anis zugesetzt bzw. als alkoholischer Kräuterextrakt abdestilliert. Zu der Zeit, als Christian Stotz sein Wermutöl herstellte und in den Jahrzehnten danach, erlebte der Absinth als Modegetränk, vor allem in Frankreich, seine Blütezeit.
Das damalige Trendgetränk, die sog. "Grüne Fee", kennen wir z.B. aus den Bildern von Toulouse Lautrec, der die Trinker und Trinkerinnen des milchigen Absinths in seinen Bildern verewigte. Lange Zeit war die Herstellung von Absinth wegen seiner angeblich verheerenden Wirkungen auf das Nervensystem verboten (1923 in Deutschland). Heute weiß man, dass  der unmäßige Konsum und die gleichzeitig schlechte Qualität der damaligen Destillate schuld an diesen Vergiftungen waren, und dem Wermut selbst mit seinem Inhaltsstoff Thujon die geringste ?Schuld? zukommt. In den EU-Staaten wurde das Verbot im Jahr 1998 wieder aufgehoben. Die Höchstmenge der giftigen Substanz des Öles, nämlich Thujon, ist heute streng begrenzt ? auch im ALBSINTH.

Absinth wird traditionell sehr hochprozentig destilliert und i.d.R. zwischen 50 und 70prozentig zum Verkauf angeboten. So behält er seine besonderen Aromen. Getrunken wird er immer verdünnt ? oft mit Eiswasser, und, wer es wünscht, mit etwas Zucker. Dazu sind verschiedene Zeremonien bekannt ? immer aber wird dabei das Getränk auf Trinkstärke herabgesetzt. Der Anisgehalt führt beim Verdünnen zu einer milchigen Trübung, so, wie wir es vom französischen Pastis oder griechischen Ouzo kennen.

Wir freuen uns, Ihnen diesen ALBSINTH in einer außergewöhnlich geschmackvollen und traditionellen Rezeptur anbieten zu können!

Roman Lenz und Gunter Hahn im August 2010

U.a. aus: 1100 Jahre Dapfen (2004), Herausgeber Gemeinde Gomadingen. Beitrag "Interessantes aus dem Gemeindearchiv" von Ch. U. E. Glück